Am 26.2.2012 fand vor dem Deutschen Bundestag in Berlin die Kunstaktion gegen Rüstungsexporte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ statt. Pax Christi war einer der Träger der Aktion und Pax Christi-Mitglieder waren an der Aktion beteiligt. Symbolisch wurden 100 große bombenförmige Luftballons in die Luft gelassen. Die Generalsekretärin Christine Hoffmann hat in einer kurzen Ansprache die Aktion begründet.

Anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung hat das „Maximilian- Kolbe- Werk vom 25. – 29.01.10 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sektion von Pax – Christi und dem „Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim die Internationale Begegnung „65 Jahre nach Auschwitz“ veranstaltet. Wir waren 30 junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren -aus Polen, Deutschland und anderen Ländern trafen uns mit etwa 12 Überlebenden/Zeitzeugen von verschiedenen Konzentrationslagern und Ghettos. Die Zeitzeugen gaben, für alle mit ähnlichem Schicksal, dem oft namenlosem Leid, Gesicht und Stimme. In intensiven Gesprächen, in Arbeitsgruppen und in Interviews, erhielten wir einen authentischen und persönlichen Einblick in Struktur und Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen! Sensibilisierung für die Bedrohung menschlicher Werte, die Stärkung des sozialen Engagements, sowie die Vorbereitung einer Botschaft für den Frieden als Vermächtnis der Überlebenden waren Elemente der Gemeinschaftlichen Tage.
Als ich mit der Gruppe zum Eingang ins ehemalige KL AUSCHWITZ 1 stand- vor dem Tor mit dem Spruch „Arbeit macht frei“- befiel mich ein so schweres, bedrückendes Gefühl. Ich konnte plötzlich nicht weitergehen- überwand dann aber dieses drückende Gefühl von Schwäche und Angst und ging mit der Gruppe unter dieses Tor hindurch- weiter hinein – Diesen inneren Kampf mit meiner Schwäche hatte ich während der gesamten Woche, aber die Gemeinschaft hat mir sehr viel Halt gegeben, weiterzugehen!
Uns wurde viel über die grausamen Verbrechen die damals begangen wurden, erzählt und gezeigt: u. a. eine riesige Urne mit Asche, Koffer, unendlich viel Haare, Brillen, Todeszellen, Gaskammer, Verbrennungsöfen…und.. und ..und…
Ich hatte mir vorgenommen etwas an diesem Ort als Geschenk zu lassen und so bekam wirklich die Möglichkeit, an der Todesmauer meine Taufkerze anzuzünden und für einen Moment sogar in Gedanken zu beten: „Gott- trotz allem hier- ich glaube Dir!“
Ich verspürte in diesen Augenblicken viel Hoffung und Mut trotz meiner Angst und es war für mich wieder wie eine Tauferneuerung! Danach hatte ich wirklich mehr Kraft, mir ganz intensiv und bewusst das Gehörte und Gesehene von Auschwitz bewusst zu machen und zu verstehen- auch wenn es fast unmöglich ist, alles zu begreifen! Nach etwa zwei Stunden Besichtigung fuhren wir weiter zur Gedenkstätte „AUSCHWITZ-BIRKENAU“! Als wir über das Gelände des Konzentrationslagers gingen, wurde uns das Ausmaß der Zerstörung und Verbrechen immer bewusster: soweit mein Auge sah: alles voller Baracken, Krematorien, auf ca. 175 ha!
Im Mittelpunkt der Begegnung stand die gemeinsame Teilnahme an der Feier zum 65. Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstätte „AUSCHWITZ-BIRKENAU“ am 27.1.10! Ich durfte mit einem Überlebenden durch das Haupttor (ehemaliges „TODESTOR“) gehen und ihn begleiten. Es war sehr beeindruckend für mich, ihn beim Gehen durch die Gedenkstätte zu stützen, ich bekam durch ihn irgendwie Kraft noch mal dadurch zu gehen! Er hat sich sehr gefreut und mich fröhlich umarmt! Als wir mit den Zeitzeugen Gespräche führten, wurde mir wirklich vieles sehr nahe und vorstellbar und es war sehr aufwühlend und traurig. Doch ich merkte, dass ich diesen Zeitzeugen keinen Gefallen tue, wenn ich gleich zusammenbreche- hab versucht ihnen in die Augen zu schauen und zu begreifen!
Sie erzählten zwar viele schreckliche Erlebnisse in den verschiedenen Konzentrationslagern und Ghettos, aber gaben uns auch die Botschaft, das Gehörte und Gesehene niemals vergessen zu lassen, Frieden auch heute versuchen zu schaffen.
Es war alles: jeder Moment in diesen Tagen- sehr bewegend- ich kann das gar nicht so ausdrücken. Aber ich möchte einfach sagen, dass ich sehr dankbar für diese Erfahrung dort bin. Ich bin verändert und beeindruckt zurückgekommen.
Und ich möchte: alle ermahnen, die noch nie dort waren: GEHT DORT HINEIN! SEHT UND HÖRT UND VOR ALLEM BETET DASS ES SOWAS WIE DAMALS NIE WIEDER GEBEN WIRD! WENN ICH – WENN DU ES NICHT BEGREIFST- WAS WIRD DANN AUS UNSERER ZUKUNFT? Eure Kathrin Swaton